Das Wartezimmer ist eine Einrichtung, die praktisch jedermann automatisch der Arztpraxis oder dem Krankenhaus zuordnet. Wohl keinem anderen Berufszweig wurden und werden Wartezeiten so großzügig nachgesehen wie dem des Arztes. Selbst in Facharztpraxen, die Termine Wochen im Voraus vergeben und in der Regel keine Notfälle oder Grippewellen zu bewältigen haben, ist das geduldige Blättern in den Wartezimmer-Magazinen eine fraglose Selbstverständlichkeit. Wer Heilung sucht, geht mit dem Heilenden eben keine normale Geschäftsbeziehung ein. Und die Inkaufnahme von Wartezeiten gehört zu dieser Sondersituation gewissermaßen dazu.
Wandel im Arzt-Patienten-Verhältnis
Natürlich ist das Verhältnis des Patienten zum Arzt auch heutzutage noch ein anderes als das des Kunden zum Dienstleister. Jedoch führen verschiedene Entwicklungen dazu, dass sich die Lage allmählich wandelt. Wenn Ärzte zunehmend um Privatpatienten konkurrieren und kostenpflichtige Zusatzleistungen verkaufen wollen, dann rücken auch Servicegesichtspunkte wie die Termintreue stärker ins Blickfeld. Wer stundenlang auf sein Arztgespräch warten musste, dem sitzt das Geld mit Sicherheit nicht mehr ganz so locker. Schlimmstenfalls wandert er sogar zum Kollegen ab.
Zunehmende Bedeutung des Internets
Hier kommt gleich die nächste Veränderung ins Spiel: Die neue Medienlandschaft. Suchmaschinen im Internet erleichtern dem Patienten von heute die Suche nach ärztlichen Alternativen. Bewertungsportale für Arztpraxen, wie immer man von fachlicher Seite zu ihrer Eignung stehen mag, bilden dabei für immer mehr Menschen eine wichtige Entscheidungshilfe. Und es liegt auf der Hand, dass gerade die Wartezeit bei der Arztbewertung im Netz eine bedeutende Rolle spielt. Vielen Patienten mag es schwerfallen, die medizinische Qualität ihrer Behandlung zu beurteilen. Bei einem so alltäglichen Thema wie der Pünktlichkeit aber kann jeder auf der Stelle mit einer begründeten Meinung aufwarten. Entsprechend häufig führen gerade die unterschiedlichen Wartezeiten zu einer positiven oder eben auch negativen Einstufung.
Terminmanagement als Wettbewerbsfaktor
Für Praxisinhaber, die sich in den Augen der Patienten von der Konkurrenz abheben wollen, stellt gutes Zeit- und Terminmanagement also einen wirksamen Hebel dar. Schon mit kleinen Schritten – etwa Schulungen der eigenen Mitarbeiter – kann hier in verhältnismäßig kurzer Zeit viel erreicht werden.




